Off-Grid-Solaranlage für CCTV-Kameras richtig auslegen
Berechnen Sie Leistung, Tagesenergie, Batterieautonomie und Solarreserve für eine zuverlässige CCTV-Überwachung ohne Netzanschluss.
Von Maxsol Team

Eine Off-Grid-Solaranlage für CCTV-Kameras wird nicht nach der Zahl der Kameras, sondern nach dem tatsächlichen Energiebedarf des gesamten Standorts ausgelegt. Entscheidend sind die Wattzahl jeder Komponente, ihre tägliche Laufzeit, die Solarerträge am ungünstigsten relevanten Standortzeitraum und die gewünschte Überbrückungszeit ohne ausreichende Sonne.
Die grundlegende Rechnung lautet: Zuerst den Tagesbedarf in Wattstunden (Wh) bestimmen, dann Lade- und Leitungsverluste einplanen, Batterieautonomie festlegen und schließlich prüfen, ob Panel und Speicher auch bei jahreszeitlich geringerer Einstrahlung ausreichend dimensioniert sind. Ein Kit mit größerer Batterie verlängert die mögliche Laufzeit, ersetzt aber keine fehlende Solarenergie über mehrere trübe Tage.
Den vollständigen Verbrauch am Standort erfassen
Eine Kamera allein ist selten die ganze Last. Für eine belastbare Planung müssen alle Verbraucher aufgenommen werden, die dauerhaft oder zeitweise laufen. Das gilt besonders für abgelegene Zufahrten, Baustellen, Lagerflächen, landwirtschaftliche Anlagen und Funkstrecken ohne Netzanschluss.
Erfassen Sie mindestens folgende Komponenten:
| Verbraucher | Für die Berechnung relevante Angaben | Typische Besonderheit |
|---|---|---|
| IP-Kameras | Leistungsaufnahme in W, Betriebsstunden pro Tag | Infrarotbeleuchtung kann den Nachtverbrauch deutlich erhöhen. |
| PTZ-Kameras | Grundlast und Spitzenleistung beim Schwenken/Zoomen | Motorbewegungen und Beleuchtung nicht nur mit der Nenn-Grundlast bewerten. |
| PoE-Switch oder PoE-Injektoren | Eigenverbrauch plus abgegebene PoE-Leistung | Das PoE-Budget ist nicht automatisch der reale Verbrauch, aber ein wichtiger Grenzwert. |
| WLAN-CPE, Richtfunkbrücke oder Mobilfunkrouter | Leistungsaufnahme und Dauerbetrieb | Funktechnik läuft häufig rund um die Uhr. |
| Lokaler NVR, Rekorder oder Speicher | Leistung im Betrieb und gegebenenfalls bei Aufzeichnung | Ein NVR kann den Energiebedarf stärker erhöhen als eine zusätzliche Kamera. |
| DC/DC-Wandler oder Wechselrichter | Eigenverbrauch und Umwandlungsverluste | Wechselrichter sind bei kleinen DC-Lasten oft unnötige Zusatzverbraucher. |
| Zusatztechnik | Sensoren, Sirene, Beleuchtung, Heizung, Lüfter | Diese Verbraucher haben oft saisonale oder ereignisabhängige Spitzen. |
Daten aus Datenblatt und Messung zusammenführen
Datenblätter geben häufig Maximalwerte, typische Werte oder Spannungsbereiche an. Für die Auslegung ist eine Kombination sinnvoll:
- Dauerlast bestimmen: Was läuft 24 Stunden täglich?
- Zeitabhängige Lasten ergänzen: IR-LEDs bei Dunkelheit, PTZ-Bewegungen, Aufzeichnung, Beleuchtung oder Heizung.
- Leistung direkt messen, wenn möglich: Ein Messwert unter realen Betriebsbedingungen ist besonders wertvoll.
- Spitzenleistung prüfen: Kabel, DC-Ausgänge, PoE-Injektoren, Sicherungen und Wandler müssen Lastspitzen sicher abdecken.
Bei PoE-Systemen darf nicht nur die Kameraaufnahme betrachtet werden. Rechnen Sie auch den Eigenverbrauch des Switches sowie Verluste in PoE-Injektoren und langen Leitungen ein. Wird eine Kamera über einen Wechselrichter, ein Netzteil und einen PoE-Injektor versorgt, entstehen mehrere Umwandlungsstufen. Eine durchgängige DC-Planung kann die Verlustkette verkürzen, sofern Spannungen, Anschlüsse und Schutzkonzept zusammenpassen.
Verbrauch in den täglichen Energiebedarf umrechnen
Die Tagesenergie wird in Wattstunden berechnet:
Tagesenergie (Wh) = Leistung (W) × Laufzeit pro Tag (h)
Für jeden Verbraucher wird einzeln gerechnet. Anschließend werden alle Ergebnisse addiert.
Rechenbeispiel für einen kleinen Kamerastandort
Angenommen, ein Standort besteht aus:
- einer Kamera mit durchschnittlich 8 W rund um die Uhr,
- einer Funkbrücke mit 6 W rund um die Uhr,
- einem kleinen Netzwerkgerät mit 4 W rund um die Uhr.
| Verbraucher | Leistung | Laufzeit | Tagesenergie |
|---|---|---|---|
| Kamera | 8 W | 24 h | 192 Wh |
| Funkbrücke | 6 W | 24 h | 144 Wh |
| Netzwerkgerät | 4 W | 24 h | 96 Wh |
| Summe | 18 W | 432 Wh pro Tag |
Die 432 Wh sind zunächst der Energiebedarf der angeschlossenen Technik. Sie sind noch nicht der erforderliche Solarertrag und auch nicht die notwendige Batteriekapazität.
Bei Kameras mit Infrarotbeleuchtung sollte die Nachtlast separat angesetzt werden. Läuft eine Kamera tagsüber mit 5 W und nachts mit 10 W, wäre eine pauschale Rechnung mit 5 W zu niedrig. Gleiches gilt für PTZ-Kameras, Heizungen gegen Beschlagen oder Geräte mit aktivem LTE-Uplink.
Sicherheitsreserve nicht mit Autonomie verwechseln
Eine Leistungsreserve für spätere Erweiterungen ist etwas anderes als Batterieautonomie:
- Leistungsreserve berücksichtigt eine zusätzliche Kamera, einen stärkeren Funklink oder einen PoE-Switch mit höherem Eigenverbrauch.
- Autonomie beschreibt, wie lange die aktuelle Last ohne ausreichende solare Nachladung weiterlaufen soll.
Planen Sie Erweiterungen konkret ein. Wenn mittelfristig zwei weitere Kameras vorgesehen sind, sollten deren Tagesverbrauch und erforderliche PoE-Leistung bereits in die Auslegung einfließen. Eine größere Batterie allein löst kein dauerhaftes Energieungleichgewicht, wenn das Panel den erhöhten Tagesbedarf nicht nachladen kann.
Solarertrag, Verluste und Standortbedingungen berücksichtigen
Das Solarmodul muss mehr Energie erzeugen als die Kameratechnik täglich verbraucht. Zwischen Panel und Endgerät entstehen Verluste durch Laderegler, Batterie-Ladezyklus, Leitungen, Spannungswandlung und gegebenenfalls PoE-Versorgung.
Eine vereinfachte Planungsformel lautet:
Erforderliche Solarenergie = Tagesenergie der Last ÷ angenommener Gesamtwirkungsgrad
Bei einem angenommenen Gesamtwirkungsgrad von 0,75 werden aus 432 Wh Lastbedarf:
432 Wh ÷ 0,75 = rund 576 Wh Solarenergie pro Tag
Der Wert ist eine Planungsgröße, keine feste Garantie. Der tatsächliche Wirkungsgrad hängt von Temperatur, Kabellängen, Eingangsspannungen, Laderegler, Batteriezustand und angeschlossener Technik ab.
Mit den effektiven Sonnenstunden des Standorts rechnen
Zur Abschätzung der Panelgröße wird der Energiebedarf durch die erwarteten effektiven Sonnenstunden geteilt:
Erforderliche Panelleistung (W) = erforderliche Solarenergie pro Tag (Wh) ÷ effektive Sonnenstunden (h)
Für Deutschland ist nicht der Jahresmittelwert ausschlaggebend, wenn die Videoüberwachung ganzjährig funktionieren soll. Relevant ist der Zeitraum mit der geringsten Einstrahlung, der für das Projekt akzeptiert werden muss. Im Winter, bei tiefem Sonnenstand, Nebel, Schnee oder längeren Schlechtwetterphasen kann die nutzbare Erzeugung deutlich sinken.
Berücksichtigen Sie bei der Standortprüfung insbesondere:
- Ausrichtung und Neigung des Moduls;
- Verschattung durch Bäume, Masten, Gebäude, Zäune oder saisonalen Bewuchs;
- mögliche Verschmutzung durch Staub, Pollen, Laub oder Vogelkot;
- Schneebedeckung und Zugänglichkeit zur Reinigung;
- Temperaturbereich von Batterie, Kamera und Netzwerkkomponenten;
- Leitungslängen zwischen Solarenergieversorgung, Kamera und Funktechnik;
- Montageort mit möglichst freiem Blick auf den relevanten Sonnenverlauf.
Schon eine wiederkehrende Teilverschattung kann den nutzbaren Ertrag stark mindern. Der Montageort für das Panel sollte daher unabhängig vom besten Montageort für die Kamera bewertet werden. Ein hoher Mast kann gute Sicht für die Kamera bieten, aber dennoch zeitweise Schatten auf das Modul werfen.
Mehr Panelleistung hilft beim Nachladen, mehr Speicher beim Überbrücken
Diese Unterscheidung ist für die Planung zentral:
- Größeres Solarmodul: Kann bei vorhandener Einstrahlung mehr Energie bereitstellen und die Batterie schneller nachladen.
- Größere Batterie: Kann eine Last länger überbrücken, wenn die solare Erzeugung zeitweise nicht genügt.
- Beides gemeinsam: Ist erforderlich, wenn sowohl der laufende Tagesbedarf als auch mehrere sonnenarme Tage abgedeckt werden sollen.
Eine Batterie, die sich über mehrere Tage entlädt, muss anschließend auch wieder geladen werden können. Deshalb sollte die Anlage nach einer Autonomiephase nicht nur weiterlaufen, sondern unter den am Standort erwartbaren Bedingungen wieder in einen stabilen Ladezustand zurückkehren.
Die passende Batterieautonomie festlegen
Die erforderliche Nennkapazität der Batterie ergibt sich aus Tagesbedarf, gewünschter Autonomie und nutzbarem Energieanteil:
Nenn-Batterieenergie (Wh) = Tagesenergie (Wh) × Autonomietage ÷ nutzbarer Energieanteil
Der nutzbare Energieanteil ist keine frei zu schätzende Konstante. Er hängt unter anderem von den Schutzschwellen des Systems, der vorgesehenen Entladetiefe, dem Alterungszustand und den Temperaturbedingungen ab. Prüfen Sie daher die für das konkrete System dokumentierten Abschaltwerte und Betriebsbedingungen.
Beispiel: Zwei Tage Überbrückung
Beim Beispielverbrauch von 432 Wh pro Tag beträgt der rechnerische Bedarf für zwei Tage:
432 Wh × 2 = 864 Wh
Das ist die Energie, die die Last benötigt. Da ein Speicher in der Praxis nicht zwingend vollständig nutzbar ist und Reserven sinnvoll sein können, wäre ein Speicher mit exakt 864 Wh Nennenergie keine automatische Zusage für zwei volle Tage Betrieb.
Besonders wichtig ist das bei niedrigen Temperaturen: Die nutzbare Batteriekapazität und die Ladefähigkeit können von den Nennbedingungen abweichen. Für ungeschützte Außenstandorte sollten deshalb die dokumentierten Temperaturgrenzen aller Komponenten geprüft werden, nicht nur die der Batterie.
Sinnvolle Fragen zur Autonomie
Legen Sie vor der Produktauswahl fest:
- Muss die Überwachung nur saisonal oder ganzjährig funktionieren?
- Wie viele Tage mit geringer Einstrahlung sollen überbrückt werden?
- Darf das System bei niedrigem Batteriestand einzelne Funktionen abschalten?
- Gibt es eine Meldung oder Fernüberwachung, bevor die Energie erschöpft ist?
- Ist ein geplanter Vor-Ort-Service nach längeren Schlechtwetterphasen akzeptabel?
- Welche Lasten sind sicherheitskritisch und dürfen nicht ausfallen?
Eine abgelegene Zufahrt mit einem einzelnen Kamerabild hat andere Anforderungen als eine kritische Perimetersicherung mit mehreren Kameras, Aufzeichnung und Richtfunk. Die Autonomieentscheidung ist deshalb eine Betriebsanforderung, keine reine Kapazitätsfrage.
Maxsol-Kits von 192 Wh bis 1280 Wh vergleichen
Die folgenden Systeme sind Kapazitäts- und Konfigurationsbeispiele für die Vorauswahl. Ihre tatsächliche Laufzeit hängt immer von Lastprofil, Solarertrag, Verlusten, Batterieeinstellungen und Standortbedingungen ab. Die Wh-Angabe beschreibt den dokumentierten Batterieenergieinhalt, nicht eine zugesicherte Anzahl an Kameratagen.
| System | Dokumentierte Konfiguration | Einordnung für die Planung |
|---|---|---|
| CS3015 | 30-W-Monokristallin-Panel, 12,8 V / 15 Ah / 192 Wh LiFePO4-Batterie, MPPT-Regler, drei DC-12-V-Ausgänge | Für sehr kleine, klar definierte DC-Lasten und Standorte mit passendem Solarprofil prüfen. |
| CS6030 | 60-W-Panel, 12,8 V / 30 Ah / 384 Wh LiFePO4-Batterie | Mehr Speicherkapazität und Panelleistung für höhere Tageslasten oder mehr Reserve kalkulieren. |
| CS12060 | 120-W-Panel, 12,8 V / 60 Ah / 768 Wh LiFePO4-Batterie | Für umfangreichere Lastprofile prüfen, bei denen sowohl Nachladeleistung als auch Speicherbedarf steigen. |
| CS200100 | 200-W-Systemkonfiguration, 12,8 V / 100 Ah / 1280 Wh LiFePO4-Batterie | Für höhere Energiebedarfe und größere Reserven einzuordnen; Standortrechnung bleibt erforderlich. |
192 Wh: Kleine DC-Lasten exakt prüfen
Das CS3015-Solarsystem mit 30 W Panel und 192 Wh Batterie kombiniert ein 30-W-Monokristallin-Panel, eine 12,8-V-15-Ah-LiFePO4-Batterie mit 192 Wh, einen MPPT-Laderegler und drei DC-12-V-Ausgänge.
192 Wh geteilt durch eine konstante Last von beispielsweise 8 W ergeben rechnerisch 24 Stunden. Dieser reine Quotient lässt jedoch Ladezustand, Verluste, Schutzabschaltungen, Temperatur und gleichzeitig angeschlossene Verbraucher außer Acht. Er dient nur als erste Plausibilitätsprüfung, nicht als Laufzeitzusage. Für einen 24/7-Standort mit Funkgerät und PoE-Technik kann die Kapazität schnell zu klein sein.
384 Wh: Mehr Reserve, aber keine pauschale Zweitageslösung
Das CS6030-System mit 60-W-Panel und 384-Wh-Batterie ist mit einem 60-W-Panel und einer 12,8-V-30-Ah-LiFePO4-Batterie mit 384 Wh dokumentiert.
Es kann für kleinere Kamera-Funk-Kombinationen eine passendere Größenordnung als 192 Wh sein, sofern Tageslast, Winterertrag und Autonomie rechnerisch passen. Ob 60 W am konkreten Standort ausreichend nachladen, hängt aber wesentlich von Ausrichtung, Verschattung und dem ungünstigsten Planungszeitraum ab.
768 Wh: Laststeigerungen und Nachladung gemeinsam bewerten
Das CS12060-System mit 120-W-Panel und 768-Wh-Batterie kombiniert ein 120-W-Panel mit einer 12,8-V-60-Ah-LiFePO4-Batterie mit 768 Wh.
Diese Größenordnung kann relevant werden, wenn mehrere Kameras, ein dauerhafter Richtfunklink oder ein Netzwerkgerät mit höherem Eigenverbrauch versorgt werden sollen. Dennoch muss die maximale DC-Ausgangsleistung beziehungsweise die Eignung der nachgeschalteten PoE-Stromversorgung separat geprüft werden. Batterie-Wh und verfügbare Ausgangsleistung sind unterschiedliche Kenngrößen.
1280 Wh: Für größere Energiebudgets, nicht als Ersatz für Standortdaten
Das CS200100-System mit 200-W-Konfiguration und 1280-Wh-Batterie ist als 200-W-Systemkonfiguration mit einer 12,8-V-100-Ah-LiFePO4-Batterie und 1280 Wh dokumentiert.
Ein größerer Speicher schafft grundsätzlich mehr rechnerischen Puffer. Bei höherem Verbrauch müssen jedoch auch die Erzeugung und die elektrische Verteilung mitwachsen. Eine Anlage ist nur dann nachhaltig dimensioniert, wenn sie den Tagesverbrauch im vorgesehenen Betriebszeitraum decken und nach einer Schwachlichtphase wieder ausreichend nachladen kann.
Vor dem Kauf die Auslegung validieren
Bevor ein Solarsystem für CCTV-Kameras spezifiziert wird, sollte die Planung in einer kurzen technischen Prüfung zusammengeführt werden. Das reduziert das Risiko, nur nach Batteriegröße oder Panel-Wattzahl zu kaufen.
Checkliste für die technische Validierung
- Lastprofil: Sind alle Dauer-, Nacht- und Spitzenlasten in Wh pro Tag erfasst?
- Spannungsebene: Arbeiten Kamera, Funktechnik und Netzwerkgeräte direkt mit DC, oder sind zusätzliche Wandler nötig?
- PoE-Konzept: Stimmen PoE-Standard, Leistungsbedarf pro Port, PoE-Budget und Einspeiseweg überein?
- Ausgangsleistung: Reichen Strom, Spannung, Anzahl der Ausgänge und Absicherung für alle Verbraucher?
- Solarstandort: Ist das Modul im kritischen Zeitraum ausreichend frei von Verschattung?
- Autonomie: Passt die Nennkapazität zur erforderlichen Überbrückungszeit unter Berücksichtigung der dokumentierten nutzbaren Kapazität?
- Temperatur: Liegen Batterie, Gehäuse, Kamera und Netzwerktechnik innerhalb ihrer jeweils freigegebenen Betriebs- und Ladebereiche?
- Leitungen: Sind Querschnitt, Leitungslänge, Spannungsabfall, Stecker und Überspannungsschutz berücksichtigt?
- Gehäuse und Montage: Sind Schutz vor Feuchtigkeit, Kondensat, Manipulation und ausreichende Wärmeabfuhr geplant?
- Erweiterung: Ist eine zusätzliche Kamera oder ein weiterer Funkteilnehmer im Energie- und PoE-Budget vorgesehen?
- Überwachung: Gibt es eine Möglichkeit, Batteriestatus, Ladesituation und Netzwerkausfall rechtzeitig zu erkennen?
Häufige Planungsfehler
Ein häufiger Fehler ist die Rechnung nur mit der Kamera-Nennleistung. In der Praxis kommen Nachtbetrieb, Funkverbindung, PoE-Verluste und Netzwerkgeräte hinzu. Ebenso problematisch ist eine Berechnung mit Jahresdurchschnittswerten, wenn die Anlage im deutschen Winter ohne Unterbrechung arbeiten soll.
Weitere typische Fehler sind:
- die Verwechslung von Watt, Wattstunden und Amperestunden;
- die Annahme, dass 12,8 V / 100 Ah ohne Weiteres mit jedem 12-V-Endgerät kompatibel sind;
- ein Wechselrichter für überwiegend kleine DC-Verbraucher ohne Berücksichtigung seines Eigenverbrauchs;
- zu lange oder zu dünne DC-Leitungen;
- fehlende Reserven für verschmutzte oder teilweise verschattete Module;
- eine Batteriegröße, die zum Überbrücken reicht, aber vom Panel nicht zuverlässig wieder geladen wird.
FAQ zur solarbetriebenen CCTV-Stromversorgung
Wie viele Kameras kann eine Off-Grid-Solaranlage versorgen?
Eine Kamerazahl allein ist nicht aussagekräftig. Zwei Kameras mit jeweils niedrigem Verbrauch können weniger Energie benötigen als eine PTZ-Kamera mit Nachtbeleuchtung und ein leistungsstarker Funklink. Maßgeblich sind Tagesenergie in Wh, Spitzenleistung, Solarertrag und gewünschte Autonomie.
Reicht ein 30-W-Solarpanel für eine Überwachungskamera?
Das lässt sich nur aus dem Lastprofil und dem Standort ableiten. Ein 30-W-Panel kann bei guter Einstrahlung Energie erzeugen, aber die Tagesbilanz muss auch bei ungünstigen Bedingungen passen. Zusätzlich ist zu prüfen, ob die Batterie für Nachtbetrieb und Schlechtwetterreserven ausreicht.
Warum reicht eine große Batterie im Winter nicht immer aus?
Eine große Batterie kann eine Unterdeckung zeitweise überbrücken. Wenn das Panel über längere Zeit weniger Energie liefert als der Standort verbraucht, wird der Speicher jedoch schrittweise entladen. Entscheidend ist deshalb die Kombination aus Verbrauch, Panelleistung, Standort und Autonomie.
Kann ich PoE-Kameras direkt an ein 12-V-Solarsystem anschließen?
Nicht ohne Prüfung. PoE-Kameras benötigen eine passende PoE-Versorgung über einen kompatiblen Switch oder Injektor. Prüfen Sie Eingangsspannung, PoE-Standard, Leistung pro Port, Gesamtbudget, DC-Einspeisung sowie Verluste der vorgesehenen Stromversorgung.
Vergleichen Sie die vier Maxsol-Modelle abschließend mit Ihrer Portzahl, dem gemessenen Lastprofil, Leitungslängen, benötigter Leistung, Umgebung und den Anforderungen an das Netzwerkmanagement.
